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Info-Flut im Internet kann Schüler überfordern

Die mit der Digitalisierung immer schneller wachsende Fülle an Informationsquellen im Internet kann Schülerinnen und Schüler aus Sicht der Stiftung Lesen vor große Herausforderungen stellen. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Fredrik von Erichsen/dpa)
Fast alle Jugendlichen haben inzwischen Zugang zu digitalen Endgeräten. Doch das Internet als «Wissensquelle» richtig zu nutzen, ist für viele eine große Herausforderung.

Die mit der Digitalisierung immer schneller wachsende Fülle an Informationsquellen im Internet kann Schülerinnen und Schüler aus Sicht der Stiftung Lesen vor große Herausforderungen stellen.

«Der Umgang mit digitalen Geräten und Quellen ist natürlich Gegenstand im Unterricht und wird auch praktisch eingeübt», sagte die Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, Simone Ehmig, der Deutschen Presse-Agentur. Jedoch könne jede Schülerin und jeder Schüler nur so gut mit diesen Angeboten umgehen, wie Basiskompetenzen und damit auch Lesekompetenz vorhanden seien.

Laut Ehmig zeigten Studien, dass bildungsbenachteiligte und leseferne Menschen generell überdurchschnittlich häufig Probleme dabei hätten, digital vermittelte Information zu finden, sie zu verstehen und einzuordnen. «Sie sind überfordert durch die Komplexität der Inhalte und die Länge der Texte.» Das betreffe alle Generationen.

Zwar hätten fast alle Jugendlichen Zugang zu digitalen Endgeräten und könnten damit umgehen. Wer aber nicht gut lesen könne, scheitere oft an Inhalten, die nicht über Videos oder Vorlesefunktionen zugänglich seien. Zudem falle es Menschen mit schwach ausgeprägten Lesekompetenzen besonders schwer, die Relevanz, Seriosität und Glaubwürdigkeit einer «kaum durchschaubaren Zahl von Quellen» einzuschätzen.

Aufschluss darüber, wie fit Schülerinnen und Schüler im Umgang mit der Wissensquelle Internet sind, gibt nun auch eine Pisa-Sonderauswertung. Die Ergebnisse der Studie «Lesen im 21. Jahrhundert: Lese- und Schreibkompetenzen in einer digitalen Welt» werden am Dienstag (12.15 Uhr) von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, Hessens Kultusminister Alexander Lorz (beide CDU) und OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher vorgestellt.

Mit Blick auf die in Schulen vermittelten Lesekompetenzen forderte Ehmig, neben dem literarischen und philosophischen Kanon von Texten, die im Unterricht behandelt werden, auch Alltagstexte klar zu fokussieren. Dazu gehörten beispielsweise amtliche Meldungen, allgemeine Geschäftsbedingungen oder Lebensmittelhinweise.