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Google ändert nach Millionenstrafe Bezahlpraxis in Indien

Das Google-Logo auf einem Smartphone. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Matt Rourke/dpa)
Nutzt Google seine schiere Marktmacht missbräuchlich aus? In Indien hatte eine entsprechende Beschwerde teure Folgen für den Suchmaschinen-Primus. Dort rudert das Unternehmen nun zurück.

Nach einer Millionenstrafe der Wettbewerbskommission in Indien hat die Google-Konzernmutter Alphabet ihre Bezahlregeln in dem Land geändert. Bis auf weiteres müssen App-Entwickler dort nicht mehr das Bezahlsystem von Google für Nutzertransaktionen verwenden. Dies teilte der Konzern am Dienstag mit und betonte gleichzeitig, dass die neue Regel nur in Indien gelte. Alphabet will auch seine rechtlichen Optionen prüfen.

Die indische Wettbewerbskommission hatte in der vergangenen Woche ein Bußgeld in Höhe von 9,36 Milliarden Rupien (115 Millionen Euro) verhängt. Sie warf dem Unternehmen vor, die dominante Rolle des Playstores missbraucht zu haben, indem es Entwickler zwinge, das Bezahlsystem von Google für App-Käufe und Käufe innerhalb von Apps zu verwenden. Die Wettbewerbshüter wiesen Google an, den Entwicklern von Apps die Verwendung jeglicher Bezahlsysteme im Playstore zu erlauben.

Kurz davor hatte die Wettbewerbskommission Indiens bereits ein Bußgeld von umgerechnet 165 Millionen Euro gegen Alphabet verhängt. Der Grund: Google soll sein Betriebssystem Android missbraucht haben, um sein Hauptgeschäft der Online-Suche zu stärken.

Indien ist als bald offiziell bevölkerungsreichstes Land der Welt ein interessanter Wachstumsmarkt für Google und andere Silicon-Valley-Firmen. Android-Handys sind in Indien sehr beliebt.