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Kanada: Keine Nachrichteninhalte mehr auf Facebook

Meta will in Kanada die Verfügbarkeit von Nachrichten beenden. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa)
Mit dem Online News Act soll das Ungleichgewicht zwischen Plattformen und Nachrichtenmedien korrigiert werden. Jetzt hat Meta auf das neue Gesetz reagiert, das wohl in sechs Monaten in Kraft tritt.

Der Internetkonzern Meta will Nutzern in Kanada künftig keine Nachrichteninhalte mehr auf seinen Plattformen Facebook und Instagram anzeigen. Die Verfügbarkeit der Nachrichten werde vor dem Inkrafttreten des sogenannten Online News Act in Kanada beendet, kündigte Meta an.

Das geplante Gesetz soll vor allem kleineren Medienunternehmen in Kanada helfen, Zahlungen dafür einzufordern, dass große Plattformen wie Facebook ihre Nachrichteninhalte weiterverbreiten. Der Online News Act gewährleiste eine faire Gewinn-Teilung zwischen digitalen Plattformen und Nachrichtenmedien, führte das kanadische Kulturerbe-Ministerium aus. Laut dem Ministerium erhielt das Gesetz am Donnerstag schon einmal den «Royal Assent» – die notwendige königliche Zustimmung vor einem Inkrafttreten, mit dem in sechs Monaten gerechnet wird.

«Dieses neue Gesetz wird den größten digitalen Plattformen abfordern, mit den kanadischen Nachrichtenunternehmen fair über die Nutzung ihrer Nachrichteninhalte innerhalb ihrer Dienstleistungen zu verhandeln», erklärte das Ministerium seinerseits. Das Gesetz schaffe gerechtere Wettbewerbsbedingungen, indem die Macht großer Tech-Konzerne kontrolliert werde, sagte Minister Pablo Rodriguez.

Um der neuen Gesetzeslage zu entsprechen, könne der Inhalt etwa von Nachrichtenportalen und Sendern bei Zugriffen aus Kanada dann nicht mehr verfügbar sein, hieß es von Meta. Andere Produkte und Dienste seien aber weiterhin nutzbar. «Wir wollen den Millionen Kanadiern auf unseren Plattformen versichern, dass sie immer in der Lage sein werden, sich mit Freunden und Familie zu verbinden, ihre Geschäft zu pflegen und ihre örtlichen Gemeinschaften zu unterstützen», erklärte der Facebook-Konzern.