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EU-Kommission: Wahlen vor KI-Desinformation schützen

EU-Kommissarin Vera Jourova: «Eine massive Überprüfung der Fakten sollte kommen.» (Urheber/Quelle/Verbreiter: Sebastian Gollnow/dpa)
Trotz der fortschreitenden Bedrohung durch KI-gesteuerte Desinformation bei Wahlen, sieht die EU-Kommissarin die Tech-Branche noch nicht ausreichend vorbereitet.

Die Wahlen in der EU müssen nach Ansicht der EU-Kommission in diesem Jahr besonders gegen Einflussnahme mittels Künstlicher Intelligenz geschützt werden.

Desinformation könne das Vertrauen nicht nur in einzelne Parteien, sondern den demokratischen Prozess als ganzen untergraben, warnte EU-Kommissarin Vera Jourova am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. «Die Tech-Branche sollte darauf reagieren», sagte sie.

«Es ist wichtig, dass die Menschen die Chance haben, in freien und fairen Wahlen abzustimmen», betonte Jourova. Nötig sei im Fall von Desinformation eine schnelle Reaktion der sozialen Netzwerke. «Eine massive Überprüfung der Fakten sollte kommen», sagte sie.

Noch sei die Tech-Branche nicht ausreichend vorbereitet. Große Unternehmen hätten aber bereits angekündigt, ihre Systeme zu verstärken und zum Beispiel mehr Faktenchecker einzustellen. Jourova rief die Firmen auch auf, schon jetzt Deepfakes und KI-Produkte mit Labels zu versehen – noch bevor sie rechtlich dazu verpflichtet seien. Wähler müssten erkennen können, was kein von Menschen erstelltes Produkt sei.