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Immer noch nur wenig Blockchain-Einsatz in Deutschland

Blockchains? Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom, glaubt nicht, dass der Knoten in Deutschland bald platzt. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Peter Steffen/dpa)

Die deutsche Wirtschaft kommt beim Einsatz der Blockchain-Technologie kaum von der Stelle – obwohl sie von vielen Unternehmen als zukunftsträchtig eingeschätzt wird. In einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom gaben 87 Prozent der Unternehmen an, sie hätten sich noch nicht damit beschäftigt.

Das ist praktisch der gleiche Anteil wie vor drei Jahren. Zugleich zeigten sich aber 59 Prozent der Ansicht, dass Blockchain stark unterschätzt werde und eine Zukunftstechnologie sei. Unter größeren Firmen mit mindestens 2000 Mitarbeitern waren sogar 82 Prozent dieser Meinung.

Bei der Blockchain-Technologie werden Daten dezentral an vielen Orten im Netz gelagert, was unter anderem die Gefahr von Online-Angriffen verringern soll. Zudem werden Datenketten gebildet, so dass etwa jede neue Transaktion an die Informationen über die vorherigen drangehängt wird. Mit diesem System soll eine Blockchain fälschungssicher sein – wird an einem Ort einer der Blöcke ausgetauscht, fällt das beim Abgleich der dezentralen Kopien der Datenkette sofort auf.

Die bekannteste Umsetzung des Blockchain-Prinzips sind Digitalwährungen wie Bitcoin. Es gibt aber auch Lösungen unter anderem zur Sicherung der Echtheit von Artikeln oder für Identifikations-Funktionen im Netz.

Deshalb biete sich der Einsatz der Blockchain auch in der Verwaltung an – doch dort komme sie in Deutschland so gut wie gar nicht zum Einsatz und man gehe auch nicht davon aus, dass dort in nächster Zeit «der Knoten platzt», sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Der Umfrage zufolge hat nur ein Prozent der Unternehmen Lösungen mit Blockchain-Technologie im Einsatz, genauso viele sind in der Test- oder Umsetzungsphase. Von den Firmen, die konkrete Einsatzszenarien planen, haben drei Viertel den Bereich Finanzen und Buchhaltung im Blick.

Der Bitkom befragte für die repräsentative Erhebung 652 Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten in Deutschland.